Vergabe-Report H1 2026: Fristen, Portale und Unterlagen

Auswertungszeitraum 01.01.2026 bis 30.06.2026 · Stand

17,3 % der öffentlich ausgeschriebenen Bauaufträge geben Bietern 20 Kalendertage oder weniger Zeit — bei einem Median von 28 Tagen zwischen Veröffentlichung und Submissionstermin. Gleichzeitig verteilen sich die Ausschreibungen so stark über Portale, dass die 10 größten Plattformen zusammen nur 46,8 % der Bekanntmachungen abdecken.

Grundlage sind 39.680 öffentlich einsehbare Bauausschreibungen, die brixl im ersten Halbjahr 2026 aus deutschen Vergabeportalen erfasst hat. Alle Werte nennen ihre Basis; Felder mit weniger als 30 Beobachtungen bleiben leer.

17,3 %
der Bauausschreibungen geben 20 Kalendertage oder weniger Zeit
28 Tage
Median zwischen Veröffentlichung und Submissionstermin
46,8 %
Marktanteil der 10 größten Vergabeportale zusammen
25–74 %
Anteil mit GAEB-Datei, je nach Bundesland
1,3–33,6 %
nennen einen geschätzten Auftragswert, je nach Bundesland

Wie viel Zeit Bieter bekommen

Verteilung der Zeitspanne zwischen Veröffentlichung und Submissionstermin, in Kalendertagen.

FristAnteil in %
<100,8
10–2016,5
20–3041,7
>3041,0

Angebotsfristen nach Bundesland

BundeslandMedian in Tagen
Saarland23
Sachsen23
Sachsen-Anhalt25
Mecklenburg-Vorpommern26
Niedersachsen26
Brandenburg27
Rheinland-Pfalz27
Thüringen27
Hessen29
Nordrhein-Westfalen29
Baden-Württemberg30
Berlin30
Schleswig-Holstein30
Hamburg31
Bayern32
Bremen32

Diese Unterschiede sind nicht als Vergabepraxis der Länder zu lesen. Für EU-weite Verfahren gelten längere Mindestfristen als für nationale; der Anteil EU-weiter Verfahren ist je Bundesland verschieden, und der Datensatz unterscheidet beide Gruppen nicht.

Angebotsfristen nach Verfahrensart

VerfahrensartMedian in Tagen
Verhandlungs- bzw. freihändig23
Beschränkte Ausschreibung23
Offenes Verfahren29
Sonstige15

Verteilung über die Vergabeportale

Anteil der Bekanntmachungen je Portal. Wer den Markt vollständig sehen will, muss entsprechend viele Quellen beobachten.

PortalAnteil in %
evergabe.de10,4
meinauftrag.rib.de7,4
dtvp.de5,3
subreport-elvis.de5,2
evergabe-online.de4,4
vergabe.niedersachsen.de3,0
vergabemarktplatz.brandenburg.de3,0
deutsche-evergabe.de2,9
subreport.de2,7
bund.vergabe24.de2,5
staatsanzeiger-eservices.de2,5
vergabe.autobahn.de2,5
deutsches-ausschreibungsblatt.de1,8
plattform.aumass.de1,8
vergabe-westfalen.de1,8

GAEB-Dateien nach Bundesland

Anteil der Ausschreibungen, deren Unterlagen eine GAEB-Datei enthalten — die Grundlage für maschinelle Kalkulation. Beobachteter Untergrenze: nicht zugängliche Unterlagen senken den Wert.

BundeslandAnteil in %
Saarland74,1
Rheinland-Pfalz73,1
Bremen72,4
Thüringen70,0
Sachsen-Anhalt69,2
Baden-Württemberg68,7
Hessen68,1
Nordrhein-Westfalen67,7
Hamburg67,6
Brandenburg65,3
Niedersachsen60,1
Sachsen58,4
Mecklenburg-Vorpommern41,6
Schleswig-Holstein40,5
Bayern39,6
Berlin25,0

Wertangaben nach Bundesland

BundeslandAnteil in %
Hamburg33,6
Baden-Württemberg6,7
Niedersachsen4,9
Bayern4,4
Nordrhein-Westfalen3,6
Rheinland-Pfalz3,6
Mecklenburg-Vorpommern3,5
Berlin3,2
Schleswig-Holstein3,1
Hessen2,3
Thüringen2,3
Brandenburg2,2
Sachsen2,0
Sachsen-Anhalt1,8
Saarland1,6
Bremen1,3

Methodik

Grundgesamtheit sind 222.400 erfasste Bekanntmachungen, aus denen nach Bereinigung 39.680 eindeutige Bauausschreibungen im Zeitraum verbleiben. Ausgeschlossen wurden unter anderem Korrekturbekanntmachungen, Dubletten über mehrere Portale, Nicht-Bauleistungen und Bekanntmachungen außerhalb Deutschlands.

Dubletten wurden über die Zusammenführung von Bekanntmachungen zu einem Vergabevorgang bereinigt. Jede Kennzahl nennt ihre Basis; Felder mit weniger als 30 Beobachtungen werden nicht ausgewiesen, um weder Rauschen auszuweisen noch einzelne Vergaben identifizierbar zu machen.

Die Kennzahlen beruhen auf unterschiedlich großen Grundgesamtheiten, weil nicht jede Bekanntmachung jede Angabe enthält:

  • Fristen: 38.378 Ausschreibungen mit auswertbarem Submissionstermin
  • Portale, GAEB-Dateien und Wertangaben: 39.680 Ausschreibungen

Je Bundesland liegen die Grundgesamtheiten zwischen 70 und 5.058 Ausschreibungen. Felder mit weniger als 30 Beobachtungen bleiben leer.

This is not a complete German construction-procurement census. It covers publicly observable notices from portals brixl ingests and therefore overrepresents publicly advertised/open procedures; non-public invitations in restricted and negotiated below-threshold procedures cannot appear. Portal onboarding and historical backfills are uneven, inaccessible documents lower the observed GAEB rate, and missing values are source omissions. Results describe the brixl corpus as generated, not the entire market.

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