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GAEB

Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen — deutscher Standard für elektronischen Datenaustausch bei Bauleistungen. GAEB-Dateien (Endung typ. .X86, .D86) übertragen LVs strukturiert.

Englischer Begriff
Keep as GAEB.

GAEB kurz erklärt

GAEB steht für den Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen und bezeichnet zugleich den von ihm definierten Standard für den elektronischen Austausch von Bauinformationen — vor allem von Leistungsverzeichnissen. Eine GAEB-Datei enthält jede LV-Position maschinenlesbar mit Ordnungszahl, Menge, Einheit, Kurz- und Langtext, sodass Auftraggeber, Planer und Bieter dasselbe Leistungsverzeichnis in unterschiedlichen AVA- und Kalkulationsprogrammen bearbeiten können, ohne es abzutippen. Bei öffentlichen Bauausschreibungen ist GAEB der Regelfall: Der Auftraggeber stellt das unbepreiste LV als Datei bereit, der Bieter trägt seine Einheitspreise ein und gibt das Angebot im selben Format zurück. Das aktuelle Format ist GAEB DA XML; die Dateiendungen .X81 bis .X86 kodieren die Austauschphase, in der sich die Ausschreibung befindet. GAEB ersetzt keine Kalkulation und keine Vergabeplattform — es ist das Datenformat dazwischen. Wer es lesen kann, sieht in Minuten, ob Umfang und Gewerkezuschnitt einer Ausschreibung zum eigenen Betrieb passen.

Wofür der GAEB-Standard da ist

Statt ein LV als PDF abzutippen, tauschen Auftraggeber und Bieter strukturierte Dateien aus. AVA- und Kalkulationsprogramme lesen diese Dateien direkt ein, ordnen jeder Position Kosten zu und schreiben das Ergebnis wieder in den Standard zurück. So bleibt das LV über alle Beteiligten hinweg identisch — vom Planer über die Vergabestelle bis zum Nachunternehmer.

Austauschphasen und Dateiformate

Der Standard bildet den Ablauf einer Ausschreibung in Austauschphasen ab. Die Phase steckt in der Dateiendung:

Endung (GAEB DA XML) Austauschphase Wer erzeugt sie?
.X81 Leistungsbeschreibung Planer / Auftraggeber
.X82 Kostenansatz Planer
.X83 Angebotsaufforderung (unbepreistes LV) Auftraggeber
.X84 Angebotsabgabe (bepreistes LV) Bieter
.X85 Nebenangebot Bieter
.X86 Auftrag Auftraggeber

Daneben kursieren ältere Formate mit den Endungen .D81–.D86 (GAEB 90) und .P81–.P86 (GAEB 2000). In öffentlichen Bauausschreibungen ist heute die .X83 zur Angebotsaufforderung Standard; das Angebot geht als .X84 zurück. Manche Vergabestellen verlangen zusätzlich einen Ausdruck oder ein PDF des bepreisten LV.

Beispiel aus der Praxis

Ein Tiefbauunternehmen lädt aus einem Vergabeportal die Unterlagen für einen Kanalbau: Vertragsbedingungen als PDF, Pläne als DWG und das Leistungsverzeichnis als .X83 mit 340 Positionen. Die Datei wird in die Kalkulationssoftware eingelesen, die Kalkulatorin sieht sofort das Mengengerüst — 1.200 m Rohrleitung DN 300, 28 Schächte, 4.500 m³ Aushub — und kann in einer Stunde entscheiden, ob der Auftrag zur Kapazität passt. Nach der Kalkulation exportiert sie die .X84 und lädt sie im Portal hoch. Ohne GAEB müsste sie 340 Positionen von Hand erfassen, mit dem Risiko, eine Position zu übersehen und das Angebot lückenhaft abzugeben.

Bedeutung für Bieter

Wer die bereitgestellte Datei direkt in die eigene Kalkulation übernimmt, spart Erfassungsaufwand und vermeidet Übertragungsfehler, die zum Ausschluss oder zu Kalkulationslücken führen können. Auch für die schnelle Ersteinschätzung lohnt der Blick ins GAEB-LV — Positionsstruktur und Mengengerüst zeigen früh, ob eine Ausschreibung den Aufwand einer vollständigen Kalkulation wert ist. Genau deshalb zeigt brixl das LV bereits während der Qualifizierung im integrierten GAEB-Viewer an.

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