GlossarVergabeverfahren — Kernbegriffe

Ausschreibung

Öffentliche oder begrenzte Aufforderung zur Angebotsabgabe für eine Bau-, Liefer- oder Dienstleistung.

Englischer Begriff
tender (UK) / bid solicitation (US)

Wie eine Ausschreibung abläuft

Mit der Ausschreibung fordert ein Auftraggeber Unternehmen auf, ein Angebot für eine konkrete Leistung abzugeben. Sie beginnt mit der Auftragsbekanntmachung, die Leistungsumfang, Fristen sowie Eignungs- und Zuschlagskriterien nennt. Anschließend läuft die Angebotsfrist; zum Submissionstermin werden alle eingegangenen Angebote geöffnet, geprüft und gewertet, bis der Zuschlag erteilt wird.

Wo eine Ausschreibung veröffentlicht wird, hängt vom Auftragswert ab: Oberhalb der EU-Schwellenwerte ist die EU-weite Bekanntmachung auf TED Pflicht, unterhalb erscheinen Ausschreibungen auf den Vergabeportalen des Bundes, der Länder und der Kommunen — in Deutschland verteilt über mehr als 100 verschiedene Portale.

Öffentliche und beschränkte Ausschreibung

Bei der öffentlichen Ausschreibung darf jedes interessierte Unternehmen ein Angebot abgeben. Bei der Beschränkten Ausschreibung fordert der Auftraggeber nur ausgewählte Unternehmen zur Angebotsabgabe auf — teils nach einem vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb. Oberhalb der EU-Schwelle heißen die entsprechenden Verfahren Offenes Verfahren und Nicht offenes Verfahren.

Bedeutung für Bauunternehmen

Für Bieter ist die Ausschreibung der Einstiegspunkt in jedes öffentliche Bauprojekt. Entscheidend sind drei Fragen: Passt die Leistung zum eigenen Profil, sind die geforderten Eignungsnachweise erfüllbar, und reicht die verbleibende Frist für ein kalkuliertes Angebot? Wer Ausschreibungen systematisch beobachtet, statt einzelne Portale manuell zu prüfen, erkennt passende Verfahren früher und gewinnt Bearbeitungszeit.

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