GlossarEignung und Qualifikation

Präqualifizierung (PQ-VOB / PQ-Verein)

Einmalige Eignungsprüfung durch eine Präqualifizierungsstelle. Spart bei jeder einzelnen Bewerbung die Vorlage von Eignungsnachweisen. Kosten typ. € 300–500/Jahr.

Einmal nachweisen statt bei jeder Bewerbung

Die Präqualifizierung ist eine vorgelagerte, auftragsunabhängige Eignungsprüfung: Eine Präqualifizierungsstelle prüft die Eignungsnachweise eines Unternehmens einmal zentral — Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Steuer- und Sozialversicherungsbescheinigungen. Für Bauleistungen führt der Verein für die Präqualifikation von Bauunternehmen (PQ-Verein) das Verfahren und listet präqualifizierte Betriebe in seinem öffentlich einsehbaren Präqualifikationsverzeichnis. Das davon zu unterscheidende AVPQ ist das Pendant der Industrie- und Handelskammern für den Liefer- und Dienstleistungsbereich.

In Vergabeverfahren genügt dann der Verweis auf die PQ-Nummer: Der Eintrag ersetzt die einzeln beizubringenden Nachweise, Auftraggeber erkennen ihn als Eignungsbeleg an. Die Präqualifikation wird jährlich überprüft; die Kosten liegen typischerweise bei einigen Hundert Euro pro Jahr.

Was die Präqualifizierung nicht ersetzt

Auftragsbezogene Anforderungen bleiben bestehen: Spezifische Referenzen für die konkrete Leistung, projektbezogene Erklärungen oder besondere Zertifikate kann der Auftraggeber zusätzlich fordern. Die PQ deckt den wiederkehrenden Sockel der Nachweise ab — nicht die projektspezifische Spitze.

Bedeutung für Bieter

Für Unternehmen, die regelmäßig auf öffentliche Bauaufträge bieten, ist die Präqualifizierung praktisch Pflicht: Sie beschleunigt jede Bewerbung, senkt das Risiko formaler Ausschlüsse wegen fehlender oder veralteter Einzelnachweise und ist bei Beschränkten Ausschreibungen oft das Ticket auf die Bieterliste der Vergabestellen.

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