Unbedenklichkeitsbescheinigung der Krankenkasse (eUB)
Die UB der Krankenkasse belegt gezahlte Sozialversicherungsbeiträge. Seit 2024 läuft der Antrag elektronisch – über das Lohnprogramm oder das SV-Meldeportal.
Geprüft am 04.09.2026
- Aussteller
- Ihre Krankenkasse als Einzugsstelle
- Antragsweg
- Elektronisch: Lohnprogramm oder SV-Meldeportal
- Rückmeldung
- Umgehend als PDF oder Ablehnung
- Umfang
- Je Krankenkasse eine eigene Bescheinigung
- Unregelmäßig gezahlt
- Nur einfache statt qualifizierter Bescheinigung
- Nicht nachgereicht
- Ausschluss aus der Wertung droht
Das Wichtigste in Kürze
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung der Krankenkasse bestätigt, dass Ihr Arbeitgeberkonto bei der Einzugsstelle besteht, wie viele Beschäftigte bei der jeweiligen Kasse versichert sind und ob Sie Ihre Sozialversicherungsbeiträge regelmäßig und ordnungsgemäß gezahlt haben. Wichtig: Jede Kasse bescheinigt nur ihr eigenes Beitragskonto – Sie brauchen eine Bescheinigung je Einzugsstelle, bei der Beschäftigte gemeldet sind. Die Mobil Krankenkasse unterscheidet zwei Stufen: Die qualifizierte Bescheinigung gibt es, wenn die Beiträge in den letzten sechs Monaten rechtzeitig nachgewiesen und gezahlt wurden und keine Rückstände bestehen; wurden die Pflichten unregelmäßig erfüllt (ohne aktuelle Rückstände), bleibt nur die einfache Variante.
Seit dem 1. Januar 2024 soll der Antrag elektronisch gestellt werden (§ 108b SGB IV) – aus dem systemgeprüften Entgeltabrechnungsprogramm oder seit dem 1. Juli 2024 über das SV-Meldeportal; die Kasse meldet umgehend eine PDF-Bescheinigung oder eine Ablehnung zurück.
Für Nachunternehmer im Bau zählt sie doppelt: Der Hauptunternehmer haftet nach § 28e SGB IV wie ein selbstschuldnerischer Bürge und entlastet sich durch lückenlose Unbedenklichkeitsbescheinigungen.
So beantragen Sie die Krankenkassen-Bescheinigung
- 1Antragsweg wählen — elektronisch nach § 108b SGB IV – entweder aus Ihrem systemgeprüften Entgeltabrechnungsprogramm (geeignet, wenn es das Zusatzmodul 37 „elektronisches Antrags- und Bescheinigungsverfahren UB“ enthält) …
- 2… oder über das SV-Meldeportal (sv-meldeportal.de) — Dort ist die Bescheinigung seit dem 1. Juli 2024 maschinell zu beantragen – der Weg für Betriebe ohne geeignetes Lohnprogramm.
- 3Einmalbescheinigung oder Abo wählen — Beim Abo legen Sie je Krankenkasse fest, ob Sie die eUB monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich unaufgefordert erhalten; das Abo ist jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufbar. Auf Wunsch gibt es die Bescheinigung auch auf Englisch.
- 4Rückmeldung abwarten — Die Kasse prüft das Beitragskonto und meldet umgehend zurück – als PDF-Bescheinigung oder als Ablehnung.
- 5Je Einzugsstelle wiederholen — Eine Kasse kann nur bescheinigen, wenn Sie bei ihr ein Beitragskonto führen – bei Beschäftigten in mehreren Kassen brauchen Sie mehrere Bescheinigungen.
Ablaufdaten im Blick behalten
In brixl liegen Ihre Bescheinigungen zentral – mit Gültigkeitsdaten, damit zur nächsten Abgabe nichts abgelaufen ist.
Die häufigsten Fragen
Wann wird die Krankenkassen-Bescheinigung verlangt?
Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge wird laut AOK von Bietenden oft eine Unbedenklichkeitsbescheinigung einer Krankenkasse verlangt: In den Eigenerklärungen (VHB 124, HVA B-StB 107, HVA F-StB 10008) erklären Sie die ordnungsgemäße Beitragszahlung zunächst selbst und bestätigen sie auf gesondertes Verlangen mit dieser Bescheinigung – Bayerns Nachforderungsformblatt 3216 listet sie ausdrücklich. Daneben verlangen Hauptunternehmer sie von ihren Nachunternehmern: Ab einem geschätzten Gesamtwert aller für ein Bauwerk in Auftrag gegebenen Bauleistungen von 275.000 Euro haftet der Hauptunternehmer nach § 28e Abs. 3a SGB IV wie ein selbstschuldnerischer Bürge für deren Beiträge – entlasten kann er sich nach Abs. 3f durch die Vorlage lückenloser Unbedenklichkeitsbescheinigungen der zuständigen Einzugsstellen. Als Nachunternehmer sollten Sie die Bescheinigungen deshalb auch außerhalb förmlicher Vergaben lückenlos vorhalten – das Abo nimmt Ihnen die Wiedervorlage ab.
Was passiert, wenn die Krankenkassen-Bescheinigung fehlt oder abgelaufen ist?
Reichen Sie die Bescheinigung nach gesonderter Anforderung nicht fristgerecht nach, droht der Ausschluss aus der Wertung. Davor steht die Hürde beim Aussteller: Die qualifizierte Bescheinigung setzt sechs Monate rechtzeitige Nachweise und Zahlungen ohne Rückstände voraus; wer unregelmäßig gezahlt hat, bekommt nur die einfache Variante – und bei bestehenden Rückständen droht die Ablehnung des Antrags. Als Nachunternehmer wiegen Lücken doppelt: Ohne lückenlose Bescheinigungen kann sich der Hauptunternehmer nicht von der Bürgenhaftung entlasten und wird Sie im Zweifel nicht beauftragen.
Worauf Sie achten müssen
- Nur die Bescheinigung der Hauptkasse einreichen, obwohl Beschäftigte bei mehreren Kassen versichert sind – jede Einzugsstelle bescheinigt nur ihr eigenes Konto.
- Den Antrag per Brief versuchen – seit 2024 soll er elektronisch gestellt werden, über das Lohnprogramm oder das SV-Meldeportal.
- Erst bei der Nachforderung feststellen, dass das eigene Lohnprogramm das Zusatzmodul 37 nicht enthält – dann bleibt das SV-Meldeportal.
- Als Nachunternehmer Lücken im Bescheinigungsverlauf lassen – die Enthaftung des Hauptunternehmers nach § 28e Abs. 3f SGB IV verlangt lückenlose Bescheinigungen.
Muss ich das jedes Mal neu zusammensuchen?
brixl weiß, bei welchen Kassen Ihre Beschäftigten gemeldet sind, und hält die eUB-Sammlung lückenlos – je Einzugsstelle, mit Abo-Erinnerung, bevor ein Hauptunternehmer oder eine Vergabestelle fragt. Dazu erkennt brixl je Ausschreibung, welche Nachweise gefordert sind – mit Fundstelle in den Vergabeunterlagen und Erinnerung, bevor etwas abläuft.
Wie beantrage ich die Unbedenklichkeitsbescheinigung bei der Krankenkasse?
Elektronisch (§ 108b SGB IV): aus Ihrem systemgeprüften Entgeltabrechnungsprogramm – geeignet, wenn es das Zusatzmodul 37 enthält – oder seit dem 1. Juli 2024 über das SV-Meldeportal. Die Kasse prüft Ihr Beitragskonto und meldet umgehend eine PDF-Bescheinigung oder eine Ablehnung zurück; für laufende Nachweise gibt es das Abo (monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich).
Wie lange ist die Krankenkassen-Bescheinigung gültig?
Eine gesetzliche Gültigkeitsdauer gibt es nicht – die Bescheinigung ist eine Momentaufnahme Ihres Beitragskontos. Wie aktuell sie sein muss, legt die Vergabestelle in den Vergabeunterlagen fest; für die Enthaftung des Hauptunternehmers nach § 28e SGB IV müssen die Bescheinigungen lückenlos vorliegen.
Was ist der Unterschied zwischen einfacher und qualifizierter Bescheinigung?
Die qualifizierte Bescheinigung gibt es, wenn die Gesamtsozialversicherungsbeiträge und Umlagen in den letzten sechs Monaten rechtzeitig nachgewiesen und gezahlt wurden und keine Rückstände bestehen. Wurden die Pflichten unregelmäßig erfüllt – ohne aktuelle Rückstände –, stellt die Kasse nur die einfache Bescheinigung aus.
Quellen
- Rechtsgrundlage§ 108b SGB IV – Unbedenklichkeitsbescheinigungen (elektronisches Verfahren)
- Rechtsgrundlage§ 28e SGB IV – Bürgenhaftung des Hauptunternehmers, Enthaftung
- WeiterführendTK Firmenkunden: Unbedenklichkeitsbescheinigungen (Zusatzmodul 37)
- WeiterführendMobil Krankenkasse: Digitale UB (einfach/qualifiziert)
- WeiterführendAOK Fachportal: UB digital und im Abonnement
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