FormblattHVA B-StB

HVA B-StB Vorlage 107: Die Eigenerklärung zur Eignung

Mit Vorlage 107 erklären Bieter im Straßenbau ihre Eignung: Ausschlussgründe, Umsätze, Referenzen. Wann die PQ-Nummer reicht und was nachgereicht werden muss.

Fassung: HVA B-StB, Ausgabe März 2023 · Geprüft am 31.08.2026

Die Eigenerklärung 107 kurz erklärt

Mit der Vorlage 107 erklären Sie Ihre Eignung zunächst per Eigenerklärung, statt sofort alle Einzelnachweise beizubringen. Das Handbuch nennt drei Wege des Eignungsnachweises (Nr. (205)): die Eintragung im Präqualifikationsverzeichnis des PQ-Vereins, den Einzelnachweis – im Regelfall zunächst mit der Eigenerklärung 107 – und die Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE), die die Vergabestelle nach § 6b EU Abs. 1 VOB/A akzeptieren muss. Teil I der Vorlage ist immer auszufüllen, soweit Sie nicht präqualifiziert sind: keine Ausschlussgründe nach § 6e EU VOB/A, ordnungsgemäße Zahlung von Steuern und Sozialbeiträgen, keine Insolvenz, Registereintragungen, Jahresumsätze der letzten drei Jahre und Felder für drei Referenzen vergleichbarer Bauleistungen aus den letzten fünf Kalenderjahren (mehr sind auf gesonderter Anlage möglich). Teil II mit ergänzenden Nachweisen gilt nur, soweit die Vergabestelle ihn angekreuzt hat. Die Bestätigungen zu den Erklärungen fordert die Vergabestelle in der Regel nur vom für den Zuschlag vorgesehenen Bieter an – mit Terminvorgabe und Ausschlussfolge.

Wann müssen Sie die Eigenerklärung 107 abgeben?

Die Vorlage 109 („Vorzulegende Unterlagen“) führt die Eigenerklärung unter den Unterlagen, die mit dem Angebot abzugeben sind – „falls keine PQ-Nummer vorhanden bzw. die PQ-Qualifizierung nicht einschlägig ist“, alternativ die EEE. Präqualifizierte Unternehmen ersetzen sie durch ihre PQ-Nummer im Angebotsschreiben 121, sofern die hinterlegten Leistungsbereiche und Referenzen die ausgeschriebene Leistung abdecken. Bei Bewerber- und Bietergemeinschaften füllt jedes Mitglied eine eigene Erklärung aus. Erst in der engeren Wahl wird es ernst: Die Vergabestelle fordert die Bestätigungen – Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Sozialkasse, Finanzamt und Berufsgenossenschaft, Registerauszüge, Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG, testierte Umsatznachweise, Referenzbescheinigungen – auf gesondertes Verlangen mit Frist an. Ab einer Auftragssumme von 30.000 Euro netto fragt der Auftraggeber zusätzlich das Wettbewerbsregister ab (§ 6 WRegG); weicht die Auskunft von Ihrer Eigenerklärung ab, werden Sie vor einer Ausschlussentscheidung angehört.

Was Sie in die Eigenerklärung 107 eintragen

  1. Name, Anschrift, Kontaktdaten, USt-ID; Bezeichnung der Bauleistung
  2. Teil I Nr. 1: keine Ausschlussgründe nach § 6e EU VOB/A; Steuern-, Abgaben- und Sozialversicherungserklärung; Insolvenz- und Liquidationserklärung
  3. Teil I Nr. 2: Registereintragungen (Handelsregister, Handwerksrolle, IHK) und Berufsgenossenschaft
  4. Teil I Nr. 3: Jahresumsätze der letzten drei Jahre, gesamt und im Tätigkeitsbereich des Auftrags
  5. Teil I Nr. 4: Felder für drei Referenzen vergleichbarer Bauleistungen aus den letzten fünf Kalenderjahren (Leistung, eigener Auftragswert, Zeitraum, Auftraggeber); ältere Referenzen nur, wenn der Auftraggeber das Feld aktiviert hat; verfügbare Arbeitskräfte
  6. Teil II (nur soweit angekreuzt): technische Fachkräfte, Ausrüstung, Qualitätssicherung, Lieferkettenüberwachung, Studiennachweise, Umweltmanagement, Geräteausstattung
  7. Verweis auf die an Nachunternehmer zu vergebenden Auftragsteile (Vorlage 103); Unterschrift – bei elektronischer Versendung ohne Unterschrift gültig

Was passiert, wenn die Eigenerklärung 107 fehlt oder falsch ist?

Die Vorlage enthält die Ausschlussbelehrung ausdrücklich: Sie bestätigen mit Ihrer Unterschrift, dass die genannten Bestätigungen und Nachweise auf gesondertes Verlangen innerhalb der gesetzten Frist vorgelegt werden müssen – und dass Ihr Angebot ausgeschlossen wird, wenn die Unterlagen nicht vollständig fristgerecht kommen. Kann die Eignung nach der Prüfung nicht bestätigt werden, wird das Angebot nicht berücksichtigt (Nr. (207)); Ausnahme ist nur der von der Vergabestelle geforderte Austausch eines ungeeigneten benannten Unternehmens bzw. Eignungsleihers. Hat die Vergabestelle in der Aufforderung Nachforderungen ausnahmsweise ausgeschlossen (Nr. (23)), führt schon das Fehlen der Erklärung mit dem Angebot zwingend zum Ausschluss – sonst wird mit Sechs-Tage-Frist nachgefordert. Inhaltlich heikel ist Teil I Nr. 1: Sie erklären, in den letzten zwei Jahren nicht aufgrund eines Verstoßes, der zu einem Eintrag im Gewerbezentralregister geführt hat, mit Freiheitsstrafe über drei Monaten, Geldstrafe über 90 Tagessätzen oder Geldbuße über 2.500 Euro belegt worden zu sein – falsche Angaben hier sind selbst ein Ausschlussgrund.

Worauf Sie achten müssen

  • Die VHB-Nummer 124 suchen – im Straßen- und Brückenbau des Bundes heißt die Eigenerklärung Vorlage 107.
  • Trotz einschlägiger Präqualifikation ausfüllen – die PQ-Nummer im Angebotsschreiben ersetzt die Erklärung; umgekehrt deckt sie nur die hinterlegten Leistungsbereiche ab.
  • Bei Bietergemeinschaften nur ein Formular abgeben – jedes Mitglied erklärt selbst.
  • Nachweise nach Anforderung unvollständig oder zu spät liefern – die Vorlage selbst kündigt den Ausschluss an.

Die Eigenerklärung 107 nie wieder von Hand suchen

brixl hält Ihre Eignungsmappe abrufbereit: Bescheinigungen von Sozialkasse, Finanzamt und Berufsgenossenschaft mit Gültigkeitsdaten, Referenzen mit Auftragswerten – damit die Sechs-Tage-Frist der Vergabestelle kein Problem ist.

brixl ist die KI-Plattform für die deutsche Baubranche, die Bauausschreibungen aus allen öffentlichen Portalen aggregiert und mit nachvollziehbarer KI qualifiziert. Zu jeder Ausschreibung sehen Sie, welche Formblätter gefordert sind, mit Verweis auf die Stelle in den Vergabeunterlagen — und Ihre Firmenangaben stehen schon drin.

Amtliche Quellen

Verbindlich ist immer das Formblatt aus den Vergabeunterlagen der jeweiligen Ausschreibung — nicht der Download hier.

Häufige Fragen

Reicht meine PQ-Nummer statt der Vorlage 107?

Ja, wenn die im Präqualifikationsverzeichnis hinterlegten Leistungsbereiche und Referenzen die ausgeschriebene Leistung abdecken. Die PQ-Nummer tragen Sie im Angebotsschreiben 121 ein; die Eigenerklärung entfällt dann.

Muss ich genau drei Referenzen angeben?

Die Vorlage sieht Felder für drei Referenzen vergleichbarer Bauleistungen aus den letzten fünf Kalenderjahren vor; mehr sind auf gesonderter Anlage möglich. Ein festes Minimum nennt die Vorlage nicht – maßgeblich ist, was die Vergabestelle als Mindestanforderung gesetzt hat.

Wann muss ich die echten Nachweise vorlegen?

In der Regel erst, wenn Sie für den Zuschlag vorgesehen sind: Die Vergabestelle fordert die Bestätigungen mit Terminvorgabe an (Nr. (205)). Dann aber vollständig und fristgerecht – sonst wird das Angebot ausgeschlossen.

30 Minuten mit dem Gründer

Sehen Sie die Eigenerklärung 107 an einer echten Ausschreibung

Bringen Sie eine Ausschreibung mit, die Sie gerade bearbeiten. Wir zeigen live, welche Formblätter sie verlangt, was brixl vorausfüllt und wo Sie noch selbst ran müssen.

Gehört dazu

Weitere Formblätter