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FormblattHVA F-StB

HVA F-StB: Teilnahmeantrag und Angebot für Ingenieurbüros

Der Bieterweg für Ingenieurbüros im Straßenbau: Teilnahmeantrag 10105 mit Eigenerklärung 10008, dann Angebotsschreiben 10302 – Fristen, Wertung, Ausschlussfallen.

Fassung: HVA F-StB, Ausgabe März 2022 (10105 Stand 01-21, 10008 und 10302 Stand 03-22) · Geprüft am 04.09.2026

AUF EINEN BLICK
Rechtsgrundlage
GWB/VgV (ab EU-Schwelle); darunter BHO/LHO
Kernvordrucke
10105, 10008, 10302
Fristen EU
Antrag und Erstangebot je 30 Kalendertage (§ 17 VgV)
Honorar-Wichtung EU
Immer dabei, i. d. R. mind. 30 v. H.
Fehlende Unterschrift/Signatur
Antrag bzw. Angebot ausgeschlossen
Nachforderung
Ermessen des Auftraggebers (§ 56 VgV)

Das Wichtigste in Kürze

Der Bieterweg verläuft zweistufig. Stufe 1, Teilnahmewettbewerb: Sie reichen den Teilnahmeantrag (Vordruck 10105) mit der Eigenerklärung zur Eignung (10008) ein – Berufshaftpflicht mit Deckungssummen, Gesamtumsatz und Umsatz im Tätigkeitsbereich der letzten drei Geschäftsjahre, vergleichbare Referenzen (drei Felder im Vordruck, weitere auf Anlage), Beschäftigtenzahlen, keine Ausschlussgründe nach § 123 GWB. Die Vergabestelle wertet die Auswahlkriterien nach Nr. 7.2 der Aufforderung (Vordruck 10102, Punkteskala 0–3) und fordert die bestplatzierten Bewerber auf – bei hinreichend geeigneten nicht unter drei.

Stufe 2: Mit dem Angebotsschreiben (10302) geben Sie die Angebotssumme brutto „gemäß Honorarübersicht“ ab, oft gefolgt von Verhandlungsterminen. Der Zuschlag geht nach § 58 VgV auf das wirtschaftlichste Angebot; das Kriterium Honorar/Preis ist im EU-Verfahren immer dabei und in der Regel mit mindestens 30 v. H. gewichtet.

Eignungskriterien aus dem Teilnahmewettbewerb dürfen in der Angebotswertung nicht erneut auftauchen.

Der Teilnahmeantrag, Feld für Feld

Das amtliche Formblatt im Original

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Amtlicher Vordruck 10302 · HVA F-StB, Ausgabe März 2022 · Quelle: BMV · unverändert wiedergegeben

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  1. 1Teilnahmeantrag 10105Bezeichnung der Leistung, Datum der Aufforderung, Anlagen-Checkliste (Eigenerklärung 10008, Erklärung Bewerbergemeinschaft, Nachunternehmer-/Eignungsleihe-Verzeichnisse, Verpflichtungserklärungen), Eigenleistungserklärung, Unterschrift bzw. Name in Textform
  2. 2Eigenerklärung 10008Berufshaftpflicht im Auftragsfall mit Deckungssummen (§ 45 Abs. 4 Nr. 2 VgV), Umsätze der letzten drei Geschäftsjahre (§ 45 Abs. 4 Nr. 4), Referenzen mit Leistung, Auftragswert und Auftraggeber (§ 46 Abs. 3 Nr. 1; Bestätigung auf gesondertes Verlangen), Beschäftigte nach Berufsgruppen (§ 46 Abs. 3 Nr. 8), Registereintragung, Ausschlussgründe §§ 123/124 GWB
  3. 3Angebotsschreiben 10302Angebotssumme brutto gemäß Honorarübersicht, Anlagen-Checkliste (LB, Honorarermittlung, Honorarübersicht, Eigenerklärung, ARGE-Erklärung, Projektverantwortliche), KMU-Erklärung, keine Voreingenommenheit (§ 124 Abs. 1 Nr. 6 GWB), Änderungen der Vergabeunterlagen als Angebotsgegenstand
  4. 4WertungAuswahlkriterien nach Nr. 7.2 des Vordrucks 10102 (Punkteskala 0–3: vollumfänglich/überwiegend/teilweise/nicht erfüllt); Zuschlag nach § 58 VgV, bei Punktgleichheit niedrigste Wertungssumme netto (10204)

Die häufigsten Fragen

Wann müssen Sie der Teilnahmeantrag abgeben?

Bei allen Verfahren mit Teilnahmewettbewerb ist der Teilnahmeantrag 10105 samt Anlagen die Eintrittskarte; die Antragsfrist beträgt im EU-Verfahren 30 Kalendertage, die Erstangebotsfrist ebenfalls 30 Kalendertage (§ 17 VgV, Verkürzungen möglich), und die Angebotsabgabe läuft elektronisch nach § 53 VgV. Unterhalb der EU-Schwellenwerte ist die VgV nicht anwendbar; ein Teilnahmewettbewerb ist dennoch durchzuführen, sofern die Vergabestelle keine ausreichende Marktübersicht für eine sinnvolle Streuung der Leistungsanfragen hat. Bei Verfahren ohne Teilnahmewettbewerb kann direkt zur Erstangebotsabgabe aufgefordert werden – Erklärungen nach §§ 123, 124 GWB und Eignungsnachweise nach §§ 45, 46 VgV sollten dann in der Aufforderung verlangt werden.

Für die Wertung im EU-Verfahren gibt der Richtlinientext klare Leitplanken: mindestens drei Zuschlagskriterien, Einzelwichtung möglichst nicht unter 15 v. H., Honorar/Preis immer angekreuzt und in der Regel mit mindestens 30 v. H. – unterhalb der Schwellenwerte können sich die Kriterien auch auf das Honorar beschränken.

Was passiert, wenn der Teilnahmeantrag fehlt oder falsch ist?

Die Fußklausel des Teilnahmeantrags ist wörtlich eindeutig: Ist bei elektronischer Übermittlung in Textform der Name der erklärenden natürlichen Person nicht angegeben, der schriftliche Antrag nicht an der vorgesehenen Stelle unterschrieben oder eine geforderte Signatur nicht angebracht, wird der Antrag ausgeschlossen – die gleiche Klausel trägt das Angebotsschreiben 10302. Die EU-Teilnahmebedingungen (10003) ergänzen: Nicht form- und fristgerechte Angebote werden ausgeschlossen, ebenso Bieter mit unzulässigen Wettbewerbsbeschränkungen oder fehlender Eignung; nachträglich aus aufgeforderten Büros gebildete Bietergemeinschaften werden nicht zugelassen. Nach § 57 VgV führen außerdem Änderungen an den Vergabeunterlagen, nicht zweifelsfreie Eintragungen und fehlende Preisangaben zum Ausschluss.

Im Teilnahmewettbewerb gilt: Fehlen die Erklärungen zu § 123 GWB und den Mindeststandards nach §§ 45, 46 VgV abschließend, ist der Bewerber auszuschließen; bei fakultativen Ausschlussgründen nach § 124 Abs. 1 Nr. 2 GWB kann er ausgeschlossen werden. Und verlassen Sie sich nicht auf die Nachforderung – sie liegt nach § 56 Abs. 2 VgV im Ermessen des Auftraggebers.

Worauf Sie achten müssen

  • Bei elektronischer Abgabe in Textform den Namen der erklärenden Person weglassen – Ausschluss nach der Fußklausel von 10105 und 10302.
  • Eignungsreferenzen aus dem Teilnahmewettbewerb erneut als Qualitätsargument der Angebotswertung erwarten – Eignungskriterien dürfen dort nicht wieder auftauchen.
  • Auf die Nachforderung fehlender Unterlagen vertrauen – sie ist im VgV-Verfahren Ermessen, und wertungsrelevante leistungsbezogene Unterlagen sind nie nachforderbar.
  • Preise brutto oder mit mehr als zwei Nachkommastellen eintragen – die Teilnahmebedingungen verlangen Nettopreise mit höchstens zwei Nachkommastellen.

Kann ich mir die Abtipperei sparen?

brixl hält für Ingenieurbüros die Teilnahmewettbewerb-Mappe bereit: Referenzen mit Auftragswerten, Versicherungsnachweise, Umsätze – und prüft vor der Abgabe die Formfallen, an denen Anträge scheitern. Dazu erkennt brixl je Ausschreibung, ob der Teilnahmeantrag überhaupt gefordert ist – mit Fundstelle in den Vergabeunterlagen und Fristerinnerung. Sie prüfen, statt abzutippen.

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Wie viele Referenzen brauche ich für den Teilnahmeantrag?

Der Vordruck 10008 enthält drei Referenzfelder für vergleichbare Leistungen der letzten drei Geschäftsjahre; weitere Referenzen sind auf gesonderter Anlage möglich. Eine Mindestzahl nennt der Vordruck nicht – maßgeblich sind die Auswahlkriterien der jeweiligen Aufforderung.

Wie stark zählt das Honorar bei der Wertung?

Im EU-Verfahren ist das Kriterium Honorar/Preis immer anzukreuzen und in der Regel mit mindestens 30 v. H. zu gewichten; insgesamt sollen mindestens drei Zuschlagskriterien mit Einzelwichtungen möglichst nicht unter 15 v. H. gebildet werden. Unterhalb der Schwellenwerte können sich die Kriterien auf das Honorar beschränken.

Wird nachgefordert, wenn eine Unterlage fehlt?

Nicht sicher: Die Nachforderung liegt nach § 56 Abs. 2 VgV im Ermessen des Auftraggebers, und er kann sie ausschließen. Leistungsbezogene Unterlagen, die die Wirtschaftlichkeitsbewertung betreffen, dürfen gar nicht nachgefordert werden.

Amtliche Quellen

Hinweis: Diese Seite ist eine redaktionell aufbereitete Arbeitshilfe und keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind allein die verlinkten amtlichen Dokumente in ihrer jeweils geltenden Fassung; alle Angaben wurden am 04.09.2026 gegen die Quellen geprüft, eine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wird nicht übernommen. Beispieldarstellungen enthalten frei erfundene Werte.