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FormblattHVA B-StB

HVA B-StB Vorlage 371–373: Bürgschaften im Straßenbau

Die Vorlagen 371–373 sind die Bürgschaftsurkunden im Straßenbau: selbstschuldnerisch, unbefristet, nie auf erstes Anfordern. Fristen, Prozente und Rückgabe erklärt.

Fassung: HVA B-StB, Ausgabe März 2023 · Geprüft am 31.08.2026

AUF EINEN BLICK
Wer füllt aus?
Der Bürge (z. B. Bank oder Versicherung) stellt die Urkunde – auf Basis Ihrer Vertragsdaten
Wann?
Nicht mit dem Angebot – binnen 18 Werktagen nach Auftragserteilung (§ 17 Abs. 7 VOB/B)
Höhe
In der Regel 5 % der Auftragssumme inkl. USt ohne Nachträge – wenn in den BVB 131 vereinbart
Bei verspäteter Vorlage
Der Auftraggeber nimmt Einbehalte von den Abschlagszahlungen vor (§ 17 Abs. 7 VOB/B)
Quelle
HVA B-StB, Ausgabe März 2023 (BVB 131 Nr. 4 und 6; Nrn. (84)–(86), (451))

Das Wichtigste in Kürze

Die Vorlage 371 ist die Bürgschaftsurkunde für die Vertragserfüllungssicherheit im Straßen- und Brückenbau: Der Bürge übernimmt eine selbstschuldnerische Bürgschaft nach deutschem Recht bis zu einer Gesamthöhe in Euro und verzichtet auf die Einrede der Vorausklage (§ 771 BGB). Eine Bürgschaft „auf erstes Anfordern“ sieht die Vorlage nicht vor. Sie ist unbefristet und erlischt erst mit der Rückgabe der Urkunde; die Bürgschaftsforderung verjährt nicht vor der gesicherten Hauptforderung.

Die Schwestervorlagen sind strukturgleich: 372 sichert die Mängelansprüche nach der Abnahme, 373 sichert per Ankreuzfeld Abschlagszahlungen für angelieferte, noch nicht eingebaute Stoffe oder Bauteile, für eigens angefertigte und bereitgestellte Bauteile oder eine Vorauszahlung bis zu deren Tilgung (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 Satz 3 VOB/B). Wichtig: Bürgschaften sind auf diesen Formblättern zu stellen; andere Formulare – etwa das Hausmuster Ihrer Bank – werden nur akzeptiert, wenn sie inhaltlich identisch sind (Nr. (86)).

Die HVA-Bürgschaften, Feld für Feld

Das amtliche Formblatt im Original

Tippen Sie auf einen Bereich des Formblatts, um die Erklärung zu sehen.

Amtliche Vorlage 371, HVA B-StB, Ausgabe 03/2023, © BMV · Quelle: bmv.de · unverändert wiedergegeben

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  1. 1Auftragnehmer (Name, Sitz) und Auftraggeber, vertreten durch die Vergabestelle
  2. 2Nummer und Datum des Auftragsschreibens/Vertrags; Bezeichnung der Leistung
  3. 3Bürge mit Name und Anschrift; Bürgschaftsbetrag als Gesamthöhe in Euro
  4. 4371Sicherung der vertragsgemäßen Ausführung; 372: Sicherung der Mängelansprüche nach Abnahme; 373: Ankreuzfeld für den Sicherungszweck (Stoffe/Bauteile, eigens angefertigte Bauteile, Vorauszahlung)
  5. 5Klauselnselbstschuldnerisch nach deutschem Recht, Verzicht auf die Einrede der Vorausklage (§ 771 BGB), unbefristet, Erlöschen mit Urkundenrückgabe, keine Verjährung vor der Hauptforderung
  6. 6Ort, Datum, Unterschrift des Bürgen (Faksimile bei Bank-/Versicherungsurkunden zulässig)

Die häufigsten Fragen

Wann müssen Sie die HVA-Bürgschaften abgeben?

Sicherheiten können nur verlangt werden, wenn sie in den Besonderen Vertragsbedingungen 131 vereinbart sind: Ist die Option in Nr. 4 angekreuzt, beträgt die Vertragserfüllungssicherheit 5 % der Auftragssumme inkl. Umsatzsteuer ohne Nachträge – nach Nr. (84) zugleich die Obergrenze, vorgesehen bei Offenen Verfahren und Öffentlichen Ausschreibungen ab 250.000 Euro (ohne Umsatzsteuer, ohne Nachträge) geschätztem Auftragswert; darunter und bei anderen Verfahrensarten ist grundsätzlich zu verzichten (Nr. (85)). Die Mängelanspruchssicherheit beträgt bei Ankreuzen 3 % der Abrechnungssumme inkl.

Umsatzsteuer zum Abnahmezeitpunkt. Die Wahl der Sicherheitsart – Einbehalt, Hinterlegung oder Bürgschaft – liegt allein bei Ihnen (§ 17 Abs. 3 VOB/B); wählen Sie die Bürgschaft, gelten die Vorlagen aus Nr. 6 der BVB. Die Vertragserfüllungsbürgschaft ist binnen 18 Werktagen nach Auftragserteilung vorzulegen (§ 17 Abs. 7 VOB/B); die Vorlage 371 liegt dem Zuschlagsschreiben bei.

Die 373 wird relevant, wenn Abschlagszahlungen auf noch nicht eingebaute Stoffe und Bauteile oder eigens angefertigte Großbauteile (z. B. Brückenüberbauteile) vereinbart sind (Nrn. (452), (473)) bzw. eine Vorauszahlung nach § 16 Abs. 2 VOB/B (Nr. (472)).

Was passiert, wenn die HVA-Bürgschaften fehlt oder falsch ist?

Ein Angebots-Ausschluss droht nicht – die Sicherheit wird erst nach Zuschlag gestellt. Die Risiken sind Liquidität und Formalie: Legen Sie die Vertragserfüllungsbürgschaft nicht binnen 18 Werktagen vor, nimmt der Auftraggeber Einbehalte von den Abschlagszahlungen vor (§ 17 Abs. 7 VOB/B) – Ihr Cashflow leidet sofort. Eine befristete oder inhaltlich abweichende Urkunde wird zurückgewiesen; die Vorlagen verlangen ausdrücklich die unbefristete, selbstschuldnerische Bürgschaft mit Verzicht auf die Einrede der Vorausklage.

Bei der Rückgabe gilt: Die Vertragserfüllungssicherheit erhalten Sie spätestens zum Abnahmezeitpunkt zurück – sofern eine Mängelanspruchssicherheit vereinbart ist, nur gegen deren Stellung (§ 17 Abs. 8 Nr. 1 VOB/B, Nr. (457)); bei offenen Mängeln darf der Auftraggeber die Herausgabe zudem bis zur Höhe der doppelten Mängelbeseitigungskosten verweigern (§ 641 Abs. 3 BGB). Und Bank- oder Versicherungsurkunden sind auch mit Faksimilestempel oder vorgedruckter Unterschrift wirksam (Nr. (451)) – die Wirksamkeit scheitert eher am geänderten Text als an der Unterschriftsform.

Worauf Sie achten müssen

  • Das Hausformular der Bank einreichen – akzeptiert wird es nur, wenn es inhaltlich mit den Vorlagen identisch ist (Nr. (86)).
  • Eine befristete Bürgschaft stellen – die Vorlagen verlangen die unbefristete Urkunde, die erst mit Rückgabe erlischt.
  • Die 18-Werktage-Frist verpassen – der Auftraggeber behält dann von den Abschlagszahlungen ein (§ 17 Abs. 7 VOB/B).
  • Die Bezugsgrößen verwechseln: 5 % der Auftragssumme inkl. USt ohne Nachträge (371) versus 3 % der Abrechnungssumme inkl. USt zum Abnahmezeitpunkt (372).

Kann ich mir die Abtipperei sparen?

brixl erinnert nach dem Zuschlag an die 18-Werktage-Frist, hält die richtigen Urkundenmuster bereit und trackt die Rückgabe: Vertragserfüllungsbürgschaft zur Abnahme zurückfordern, Mängelanspruchsbürgschaft zum Verjährungsende. Dazu erkennt brixl je Ausschreibung, ob die HVA-Bürgschaften überhaupt gefordert ist – mit Fundstelle in den Vergabeunterlagen und Fristerinnerung. Sie prüfen, statt abzutippen.

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Darf der Auftraggeber eine Bürgschaft auf erstes Anfordern verlangen?

Die HVA-Vorlagen sehen sie nicht vor – vereinbart wird die selbstschuldnerische Bürgschaft mit Verzicht auf die Einrede der Vorausklage. Eine Urkunde, die davon abweicht, entspricht nicht den Vorgaben der BVB Nr. 6.

Wann bekomme ich die Vertragserfüllungsbürgschaft zurück?

Spätestens zum Abnahmezeitpunkt – wenn eine Mängelanspruchssicherheit vereinbart ist, gegen deren Stellung (§ 17 Abs. 8 Nr. 1 VOB/B). Bei offenen Mängeln darf der Auftraggeber die Herausgabe bis zur Höhe der doppelten Mängelbeseitigungskosten verweigern.

Wofür ist die Vorlage 373?

Für Sicherheiten auf Vorleistungen des Auftraggebers: Abschlagszahlungen auf angelieferte, noch nicht eingebaute Stoffe oder Bauteile, auf eigens angefertigte Großbauteile wie Brückenüberbauten – oder eine Vorauszahlung bis zu deren Tilgung.

Welche Varianten gibt es?

Bund (Hochbau-Gegenstück): Das VHB Bund verwendet die Formblätter 421 (Vertragserfüllung) und 422 (Mängelansprüche) – gleiche Bürgschaftslogik, eigenes Nummernsystem. Quelle

Amtliche Quellen

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